"Ushabti": Skulptur aus Linde, teilweise mit 24 Karat Blattgold belegt

Ushabti: Eine ägyptische Statue, die häufig als Grabbeigabe gegeben wurde (ca 1.400 BC), März - Mai 2018

"Ushabti" : Skulptur aus Lindenholz, Entstehungsgeschichte der Bildhauer Arbeit

Ushabti: Eine ägyptische Statue, die häufig als Grabbeigabe gegeben wurde (ca 1.400 BC)

So eine Figur habe ich vor ein paar Jahren mal auf einer Kunstmesse gesehen, sie war wunderschön, sollte aber ca. 8.000 Euro kosten. Jetzt möchte ich selber mal eine machen, aber nicht genau so wie die, die ich gesehen habe, sondern etwas filigraner mit mehr ausgearbeiteten Elementen. Hier die Statue von der Kunstmesse:

9.3.2018:

Vor einigen Wochen habe ich bei Bildhau einen schönen "Baumberger Kalkstein" gekauft. 42 cm hoch, 19 cm breit, 10 cm tief und knapp 15 kg schwer. Hier passt mein Ushabti bestimmt gut rein. Der Stein scheint sehr gut mit Raspel und Schnitzmessern bearbeitbar zu sein.

Zuerst definiere ich die Proportionen und zeichne die äußere Kontur auf den Stein auf. Dann kommt erst mal weg, "was nicht gebraucht wird", das ist ein Teil der rechten Seite. Dies versuche ich erst mit der scharfen Kante einer Raspel, aber das würde zu lange dauern (linkes Foto). Abschlagen traue ich mich nicht, da evtl. zu viel abbrechen würde. Also muss die Flex mit einer Trennscheibe für Stein her. Das geht sehr gut, macht aber riesig Dreck und Lärm. Aber jetzt habe ich schon einen gut handhabbaren Stein (rechtes Foto). Wenn morgen schönes Wetter ist, geht`s weiter.

10.3.18:

Der Kalkstein ist härter, als ich gedacht habe. Mit der Raspel größere Stücke zu entfernen ist zu zeitintensiv. Ich muss also mit der Flex und einer "Schruppscheibe" ran. Da dies sehr laut ist, verschiebe ich es auf die nächste Woche. Immerhin zeichne ich die Figur weiter an. Mit einem Bleistift ist dies nicht ausreichend, da die Striche zu schnell durch Staub unklar werden. Daher ritze ich die Orientierungslinien ein und zeichne dann mit Kreide grob die Figur an:

12.3.18:

Das wird nichts mit dem Stein. Mit der Schruppscheibe habe ich es heute versucht, das ist aber so langwierig und dabei laut, dass ich umdisponiere. Den Stein werde ich beiseite legen, schade, und stattdessen den Ushabti aus Holz erstellen. Ich habe noch ein schönes Stück Linde, dass ich dafür nehmen werde.

15.3.18:

Mit der Linde geht es sehr gut. Erst muss die Kettensäge ran, um ein entsprechendes Stück von der Holzscheibe abzuschneiden. Dann nehme ich die kleine Kettensäge (auf der Flex), um eine erste grobe Kontur reinzubringen, und dann arbeite ich diese mit dem Stechbeitel weiter aus.

23.3.18.

Nach der Winterpause merke ich, daß ich mich erst wieder einarbeiten muss, derzeit geht alles noch etwas holperig. Daher arbeite ich auch rel. kurz, damit ich Fehler vermeide, die nicht rückgängig zu machen sind.

Mit der Flex geht geht weiter und dann mit dem Stemmeisen, das geht sehr gut und auch schnell

24.3.18:

Jetzt wird es langsam kompliziert, wieder stellt sich die Frage, wo zuerst Holz wegnehmen und "richtig" in die zu schaffende Proportion zu gehen. Ich entscheide mich dafür, am Rücken anzufangen, da der am wenigsten kompliziert ist. Die Vorderseite möchte ich so lange es sinnvoll ist, unangetastet lassen, da sie so eine glatte Oberfläche hat, an der man gut die anderen Stellen ausrichten kann.

26.3.18

Jetzt gehe ich doch schon an die Vorderseite, ich möchte das Gesicht schon mal anfangen und mich dann weiter runter arbeiten.

3.4.18

6.4.18:

Endlich schönes Wetter! Und langsam kann man erkennen, wie mein Ushabti aussehen soll.

7.4.18:

Ein wunderbar warmer Frühlingstag, da läuft es wirklich gut und ich mache einen guten Schritt nach vorne. An den Schulterbereich traue ich mich noch nicht richtig dran, der wird schwer.

9.4.18:

Mit Stemmeisen und Raspel geht es gut weiter voran. Jetzt geht es darum, die Proportionen zueinander auszutarieren

12.4.18

Langsam wirds richtig gut. Jetzt nur vorsichtig sein und nichts kaputt machen

13.4.18:

14.4.18

15.4.18:

Das Gesicht habe ich bisher zu groß geplant. Der Kopf ist normalerweise 1/8 der kompletten Körpergröße. Damit er nicht zu wuchtig wird, muß ich ihn verkleinern. Was die Höhe von Nase zu Lippen und Kinn angeht, verlasse ich mal auf mein Gefühl.

17.4.2018:

Ich beginne, die Konturen des Gesichtes genauer herauszuarbeiten. Dazu studiere ich im Internet div Quellen. Ein Kopf ist ungefähr so hoch, wie er tief ist. Das hätte ich nicht gedacht. Ich zeichne einiges an und beginne auf die bewährte Art: Erst mal das wegnehmen, was garantiert nicht mehr gebraucht wird.

18.4.2018:

Ich arbeite weiter am Gesicht und fange mit den Abrundungen an.

21.4.2018:

Die Arbeit am Gesicht geht mit Raspel und Stemmeisen weiter, aber ich erreiche jetzt den Punkt, an dem ich nur noch mit Schleifpapier rangehen kann, speziell an die Nase. Sonst ist die Gefahr zu groß, daß ich zu viel wegnehme oder etwas abbricht. Bevor ich aber mit Schleifpapier arbeiten kann, müssen alle anderen Arbeiten mit Stemmeisen und Bildhauereisen abgeschlossen sein: Vom Schleifpapier gehen immer wieder Körner ab, die die Schneiden der Eisen angreifen.

24.4.2018:

Noch ein paar Feinarbeiten an den Armen, Füssen und am Sockel und dann kann ich hoffentlich bald an die Schleifpapiere gehen.

27.4.2018

28.4.2018:

Nach ein paar letzten Feinarbeiten mit Raspel und Stemmeisen starte ich endlich mit Schleifpapier (80er). Jetzt mache ich auch mit dem Gesicht weiter, aber irgendwie fehlt mir die Idee, wie ich Augen und den Mund gestalten soll. Das lasse ich dann einfach sein, am nächsten Tag gehts bestimmt besser, und schleife den restlichen Körper. Ich komme einmal mit 80er komplett rum, werde aber einen kompletten 2 Gang machen, da die Figur mir noch zu viele unschöne Stellen hat.

30.4.2018:

Ich arbeite das Gesicht weiter aus, die Nase wird langsam besser, die Augen und Brauen sind schon ganz ok, beim Mund komme ich aber nicht weiter. Da kommt mir beim nächsten mal bestimmt eine gute Idee.

2.5.2018:

3.5.18:

Die Nase muss noch schöner werden, ebenso Mund und Ohren. Das mache ich alles mit Schleifpapier, alles andere ist mir zu riskant. Und dann schleife ich mit 100er, 120er und 180er.

Beim Rock höre ich bei 100er auf zu schleifen, dann wird er etwas gröber und setzt sich hinterher vom restlichen Körper ab. Die Kopfbedeckung werde ich nach dem Schleifen wahrscheinlich mit Blattgold belegen. 

7.5.2018:

Geschafft, das Schleifen ist abeschlossen, ich bin bis zu einer 400er Körnung gegangen. Zum Abschluss werde ich die Kopfbedeckung vergolden und dann wahrscheinlich das restliche Holz ölen.

9.5.2018:

Der Kopfschmuck eines Ushabtis ist meistens quer gestreift. Dies mache ich jetzt auch noch, indem ich mit dem Stemmeisen sehr vorsichtig regelmäßige Vertiefungen reinbringe. Mal sehen, wie dies nach dem Vergolden aussieht. Dies will ich morgen machen.

10.5.2018:

Das Vergolden ist jetzt auch abgeschlossen, überflüssiges Gold werde ich nach 1 oder 2 Tagen noch entfernen. Der Kontrast zwischen Gold und Holz gefällt mir nicht, daher werde ich das Holz zum Schluss noch ölen.

12.5.2018:

Das Gold ist jetzt noch nachbearbeitet und "überflüssige" Stellen entfernt. Ganz zum Schluss habe ich den Ushabti noch mit klarem Holzöl eingerieben, dadurch wird das Holz etwas dunkler und wärmer. Irgendwie fehlt mir aber noch etwas Kontrast, z.B. könnte ich die eingearbeiteten Streifen im Kopfschmuck blau anmalen, oder den Gürtel, ich weiss nur noch nicht wie. Das wird sich irgendwann ergeben.

Und ein paar bessere Fotos muß ich noch machen.

ca. Abmessung in cm (H/B/T): 46/15/12

 

ca. Gewicht in kg: 2,1