"Polynesier": Skulptur aus Holz

Linde, bei Bildhau gekauft. Juli 2017

Linde ist DAS Holz zum Schnitzen, das wollte ich natürlich auch mal probieren.

Es läßt sich wirklich toll bearbeiten, schön weich. Aber daher auch nicht aussenwitterungsbeständig.

"Polynesier": Skulptur aus Holz, Entstehungsgeschichte der Bildhauer Arbeit

Die Skulptur "Umarmende" ist toll geworden, Gesichter haben die Beiden aber nicht. Eine neue Herausforderung für mich? Ich möchte mal etwas aus Linde machen. Linde ist DAS Holz zum Schnitzen, da es eine schöne Maserung hat und sehr weich ist. Dadurch ist es allerdings auch nur etwas für Innenräume. Ich kaufe mir ein schönes Stück Linde bei Bildhau, die haben eine tolle Auswahl.

Erst mal mache ich mich im Internet schlau, wie die Gesichtsproportionen untereinander sind, z.B. wie breit ist ein Mund im Vergleich zur Nase, den Augen u.s.w. Bei der Gelegenheit lese ich, das ein Gesicht so das schwierigste ist, was man als Bildhauer machen kann. Na toll. Wahnsinnig hilfreich ist dabei auch dieses tool: https://www.artec3d.com/de/3d-models/kopf

Ich zeichne dann erst mal eine grobe Vorstellung mit Bleistift auf das Holz.

Aber wo fange ich an, an der Nase, dem wahrscheinlich später höchsten Punkt? Oder ist die Stirn noch höher? Ich bin unschlüssig und fange erst mal so an, daß ich nichts falsch machen kann, einen Strategie, der ich auch später immer wieder folge. Also nehme ich erst mal die Seiten weg. Hierzu nehme ich die Flex und sehr viel meine Bildhauereisen...die geben später auch die Struktur für die Bereiche rund um das Gesicht herum.

Weiter gehen die Fragen bezüglich der Tiefen: Wie tief sitzt der Mund im Verhältnis zur Nase; oder wie wieviel geht der Mund von der Mitte tiefer zu den Mundwinkeln. Ist der Mund tiefer oder die Augen u.s.w. Ich recherchiere weiter im Internet, sehe aber auch verdammt oft einfach in den Spiegel. Dann zeichne ich an den Seiten auch die voraussichtlichen Tiefen an und trage die Abstände in cm dazu. Das mache ich rechts und links als ich feststelle, dass - wie überraschend -  die Angaben verschwinden, wenn ich an einer Seite arbeite. Daher arbeite ich oben dann immer abwechselnd rechts und links und zeichne die "verloren gegangene" Seite anhand der anderen wieder nach.

Ich fange unterhalb der Nase, dem höchsten Punkt, an und nehme vorsichtig Holz weg, im Wesentlichen mit Stemmeisen (gerade Scheide) und Bildhauereisen (runde Schneide). So arbeite ich mich langsam immer tiefer. Wie immer wird zum Schluss jede Menge mit Schleifmittel gearbeitet und dann ist der Polynesier fertig, erst mal ungeölt.

Jetzt wird noch geölt und fertig ist der Polynesier. Ich bin sehr zufrieden damit. Irgendwann mache ich auch mal etwas mit geöffneten Augen.

ca. Abmessung in cm (H/B/T): 48/48/16

 

ca. Gewicht in kg: 15,5