Mudiwa: Skulptur aus Serpentin-Stein

Und wieder eine Bildhauer-Arbeit mit Serpentin aus Zimbabwe

Ein Stein, der sehr gut für aussen geeignet ist und der recht homogen ist, also nicht zum Absplittern neigt (wenn man ihn richtig schlägt), ist Serpentin. Die entstandene Skulptur ist mal wieder ein weiblicher Torso. Wegen der Herkunft des Steins nenne ich sie "Mudiwa", dies ist ein typisch afrikanischer Name und passt gut zu "Nimrod", meinem letzten Werk.


Mudiwa: Skulptur aus Serpentin-Stein, Entstehungsgeschichte

10.1.2019:

Endlich geht es wieder los. Nach Urlaub und Weihnachten beginne ich eine Steinskulptur in der Kölner Wachsfabrik bei art-projekt. Dort werde ich jetzt 14 Wochen lang jeden Donnerstag vormittag arbeiten. Zu Hause im Garten ist Stein zu laut und es ist auch zu regnerisch und kalt. Mal sehen, wie weit ich komme. Im Vorfeld habe ich mir bei Bildhau einen schönen Serpentinstein geholt. Davon gibt es einige Varianten und ich wollte eigentliche eine einigermassen weiche, habe dann aber einen sehr harten Stein erwischt. Das wird also eine sehr schwierige Arbeit.

Ich möchte wieder einen weiblichen Torso herstellen, das hat mir bisher immer mit am Besten gefallen. Der Stein ist auf 2 Seiten gesägt worden, dort kann man schön eine Zielform anzeichnen.

Und dann lege ich recht schnell mit Meissel und Klüpfel los.

17.1.2019:

2. Arbeitstag. Weiter gehts mit Klüpfel und Meissel. Ich bearbeite erst den Rücken und fange dann an der rechten Hüfte an. Die rechte Seite ist ja gesägt und schön glatt, darauf liegt der Stein beim Bearbeiten sehr gut. Daher will ich an dieser Seite einen Teil der glatten Flächen möglichst lange unbearbeitet lassen.

Die Arbeitsatmosphäre ist sehr schön, im Hintergrund läuft schöne Musik. Etwas störend ist nur, dass ab und zu geraucht wird. Allerdings ist der Raum so hoch dass ich es nur wenig rieche.

24.1.2019:

3. Tag. Unten ist der Stein etwas weicher, aber nicht viel. Das macht die Arbeit etwas einfacher und ich komme gut voran. Heute konzentriere ich mich auf Beine und Po sowie auf den unteren Rückenbereich.

29.1.2019:

Heute mache ich mich an die Vorderseite. Im Licht gegen die Sonne sieht man toll, die der Staub fliegt.

31.1.2019:

Heute arbeite ich zwar 3 Stunden, habe aber keinen "flow", komme also nicht gut voran. Ich versuche den Po schön rund zu bekommen, das gelingt mir rechts auch, aber es geht nur langsam voran. Leider muss ich jetzt ca. Wochen pausieren ... dann geht's weiter

18.3.2019:

Nach einer Augen OP hatte ich einige Wochen Zwangspause. Jetzt darf ich endlich wieder ran. Ich beginne damit, die Hüfte und Beine zu bearbeiten, erst in Form zu bringen und dann zu glätten.

19.3.2018:

Heute wird draussen gearbeitet :)

20.3.2019:

Und jetzt fange ich auch mit dem Brustbereich an. Die bisher glatte Fläche ist, das die Planung der Vorgehensweise angeht, eher hinderlich: Ein "Inspirationskiller", aber dann komme ich doch voran

21.3.2019:

Bei herrlich sonnigem Wetter wird wieder draussen gearbeitet. Damit man mal sieht, welche Farbe der Stein mal haben wird, wenn er fertig geschliffen ist, habe ich den Stein mit Wasser genäßt und dann fotografiert. Er wird einen tollen rötlichen Ton mit grünen Streifen / Punkten haben. Ganz toll. 

26/27/28.3.2019:

Ich mache weiter mit den Feinarbeiten, man sieht auf den Fotos erst mal keine allzu großen Fortschritte, das kommt dann erst, wenn der Stein geschliffen und gewachst ist. Daher hier nur die Fotos vom 28. Der Stein ist vorher kurz gewässert worden.

2.5.2019:

Endlich geht's weiter, ich bin wieder einen Tag in der Wachsfabrik. Ich mache überwiegend Feinarbeiten an Po und Brust.

7.5.2019: Ich arbeite weiter an den Feinheiten im Bereich Brust, Bauch und Hüfte. Auf den Bildern ist dies aber nur schwer zu erkennen. Das 4. Bild zeigt den Stein wieder im gewässerten Zustand. So sieht er dann aus, wenn er geflämmt und gewachst wird.

9.5.2019:

Mit der Form werde ich heute fast fertig. Beim nächsten Mal werde ich dann schleifen und anschliessend - da man dann alles genauer erkennen kann -  evtl. noch mal an der Form korrigieren.

13.5.2019: Jetzt wird geschliffen, mit 60er Schleifpapier. Dabei werden dann Stellen sichtbar, die nicht so schön sind, dort gehe ich dann wieder mit der Raspel und teilweise mit dem Bildhauereisen dran.

16.5.2019:

Weiter geht's mit Schleifen und kleineren Korrekturen mit der Raspel, speziell im Bauchbereich. Ich komme immerhin bis 220er Schleifpapier

23.5.2019:

Fast fertig! Heute habe ich geschliffen, jetzt muß nur noch gewachst werden. Das mache ich nächste Woche. Dazu wird die Skulptur erst mit einem Flammenwerfer (wie man ihn z.B. im Garten für Unkraut auf Gehwegen benutzt) erhitzt. Dadurch öffnen sich die Poren und auf den heissen Stein wird ein spezielles Wachs aufgetragen. Dadurch kann kein Wasser mehr eindringen und die Skulptur kann im Winter auch im Freien stehen. Für die Fotos habe ich den Stein wieder genässt. Passend zu "Nimrod", der Name bedeutet bei den Shona in Zimbabwe "Jäger" habe ich jetzt einen weiblichen Shona Namen ausgesucht: "Mudiwa", der die Bedeutung "meine Liebe" hat :)

6.6.2019:

Heute wird geflämmt und gewachst. Das Loch für die Aufsockelung habe ich vorher gebohrt.

Durch die Hitze öffnen sich die Poren des Steins, dann kann das Wachs ("Antikwachs" von Bildhau), das mit einem Pinsel auf den Stein aufgetragen wird, gut in den Stein eindringen, um ihn wetter- und winterfest zu machen. Das Ganze mache ich 3 Mal. Jetzt kühlt der Stein ab und beim nächsten Mal muss ich nur noch polieren

ca. Abmessung in cm (H/B/T): 45 x 18 x 13 cm 

 

ca. Gewicht in kg: 14,2 kg